Sandra's Tipp:Stimmt es oder nicht? Medizin-MärchenRichtig oder falsch?
Die Liste der Medizin-Mythen ist lang. Und sie ist gewiss nicht zuletzt in der Suche des Menschen nach einfachen und prägnanten Erklärungen begründet. Doch leider ist die Wahrheit meist ganz anders und häufig komplizierter als die gängige "Schwarz-Weiß-Malerei".
Hier einige Beispiele, vielleicht ist ja was Neues für Euch dabei!
"Kalte Füße fördern eine Blasenentzündung" Stimmt nicht! Auch wenn es bei Frauen häufig zu einer Blasenentzündung kommt, wenn sie sich, etwa im Schwimmbad, unterkühlt haben. Blasenentzündungen entstehen durch Bakterien wie E.coli, die aus dem Darm in die Harnröhre gelangen, von dort in die Blase aufsteigen und dann Entzündungen hervorrufen. Auslöser ist z. B. falsche Intim-Hygiene, die die Verschleppung von Darmkeimen fördert. Oder hormonelle Veränderungen, die Schleimhäute anfälliger für Infektionen werden lassen.
"Vor dem Sport ist Dehnen sehr wichtig" Anders als Leistungssportler profitieren Menschen, die ihren Sport hauptsächlich als Hobby betreiben, kaum von Muskeldehnungen vor dem eigentlichen Sport. Besser ist es, seine Muskeln durch leichte Bewegungungen behutsam in Fahrt zu bringen. Unsere Trainer/innen machen das z. B. beim Warm-up im sog. "Bewegten Dehnen". Auch nach dem Sport sind Dehnübungen eher ungünstig, was nicht heißt, dass man gar nichts tun soll. Sanftes Ausklingenlassen der Bewegungen und ein leichtes Dehnen ist besser, als jede Muskelpartie taff zu dehnen! Beim Joggen schließt Ihr mit einem lockeren Auslaufen ab. Regeneration bekommen Euere Muskeln auch in einem schönen warmen Bad oder beim Schwimmen.
"Der Schlaf vor Mitternacht ist der Beste und Wichtigste" Entscheidend ist nicht der Zeitpunkt, sondern die Dauer der Schlafphase. Am tiefsten und erholsamsten sind grundsätzlich die ersten vier Stunden des Nachtschlafes. Wann man letztendlich einschläft, ob um 21.oo Uhr oder erst um zwei Uhr morgens, spielt dabei keine Rolle. Dagegen sollte man nicht versuchen zu schlafen, wenn man noch gar nicht richtig müde ist. Dann werden auch die ersten Schlafstunden eher flach und unruhig und bringen deshalb wenig.
"Hohes Fieber muss sofort gesenkt werden" "Jein"! Erst bei extrem hohem Fieber über 41 Grad besteht die Gefahr, dass Nervenzellen dauerhaft geschädigt werden .Kindern und jungen Menschen macht selbst hohes Fieber, wenn es nur wenige Stunden anhält, normalerweise nichts aus. Natürlich muss bei einem sehr kleinen Kind und Säugling darauf geachtet werden, dass sie nicht austrockenen. Ich sagte ja "wenn es sich nur um wenige Stunden handelt"! Chronisch kranke und ältere Menschen werden allerdings durch Fieber über 39 Grad stärker belastet, Kreislauf und Stoffwechsel geraten dann unter Stress. Hier sollte das Fieber gesenkt werden. Erst einmal auf die natürlich Art! Wadenwickel oder in Eis packen. Hilft dies nur wenig und bedingt, dann Arzt aufsuchen, der dann höchstwahrscheinlich ASS, Paracetamol, Ibuprofen etc. etc. verabreichen wird.
"Babyspeck wächst sich von selber aus" Auch falsch! Übergewichtige Kleinkinder tragen ein deutlich erhöhtes Risiko, auch als Erwahsene pummelig oder sogar deutlich übergewichtig zu bleiben - vor allem, wenn Dicksein in der Familie liegt. Früh angefutterte Fettdepots sind sogar besonders hartnäckig! Sie erhöhen das gesundheitliche Risiko auf vielen Ebenen.
"Schwangere müssen für zwei essen" Blödsinn! Dieses Vorurteil geistert immer noch herum, obwohl es schon längst widerlegt worden ist. Mütterliches Übergewicht kann dem Kind sogar sehr schaden! Schwangere brauchen kaum mehr Kalorien, dafür aber umso mehr Vitamine und Mineralstoffe. In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist der Kalorienbedarf kaum nennenswert erhöht, später können 200 bis 300 Kilokalorien mehr dagegen nicht schaden. Aber: Das ist viel weniger, als die meisten glauben. 200 kcal entsprechen nämlich nicht mehr als z. B. drei Esslöffel Gemüse mit einem Teelöffel Butter oder Margarine.
"Stillen schützt vor einer Schwangerschaft" Ein Ammenmärchen? Nicht ganz! Man weiß, dass regelmäßiges Stillen mit hohem Prolaktin-Werten im Blut verknüpft ist, und dieses Hormon unterdrückt den Eisprung. Bei vielen voll stillenden jungen Müttern kommt daher der monatliche Zyklus nur zögerlich wieder in Gang. Teilweise bleibt die Menstruation ein Jahr und länger aus, was einem weit gehend sicheren Schutz vor Empfängnis gleichkommt. Viele Frauen haben jedoch auch in der Stillzeit regelmäßige Zyklen, und dann darf man fast sicher sein, dass sie jederzeit wieder schwanger werden können. Auch wenn nach der Geburt die Periode noch nicht wieder eingesetzt hat, kann es theoretisch schon zu einem Eisprung und damit zu einer erneuten Schwangerschaft kommen. Während der Stillzeit sollten daher auf jeden Fall sichere Verhütungsmittel benutzt werden.
"Kaltes Wasser ist gut für die Verdauung" Selbst ein ganzer Liter Wasser auf nüchternen Magen getrunken, wie gerne empfohlen wird, bringt die Verdauung nicht in Schwung, Es ist vielmehr das Frühstück (hoffentlich gesundes Frühstück!), das den Magen dehnt und dadurch auch die Darmbewegung stimuliert. Wer wegen einer Diät nur wenig isst und deshalb zu Verstopfung neigt, greift gerne zu Abführmitteln. Es geht auch anders! Kalorienreduziert und dennoch gehaltvoll, so dass es auch mit der Verdauung klappt. Denke hierbei auch an die Erdmandeln (siehe "Erdmandelinfo"!).
"Von Pommes und Schokolade kriegt man Pickel" Schokolade, Pommes oder Schweinefleisch: Man hört es zwar immer wieder, aber Akne oder unreine Haut hat nichts zu tun mit "falscher" Ernährung - zumindest gibt es hierfür bis heute noch keinerlei wissenschaftliche Belege. Verantwortlich sind dagegen Turbulenzen im Hormon-Stoffwechsel, etwa in der Pubertät oder in den Wechseljahren und z. B. manche Anti-Baby-Pillen, also einfach gesagt: Wenn die Hormon-Balance sehr unausgeglichen ist, dann sprießen die fießen kleinen hässlichen Dinger, von denen man nicht die Finger lassen kann (vor allem Frauen), aber eigentlich sollte, wegen des Heilungsprozesses usw. Aber das ist eine andere Geschichte!
Euere Sandra
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Aufgeschnappt:
Können Frauen schlechter einparken als Männer? ...fragt Holger Gutt ("Die Zeit" unter der Rubrik "Stimmts?" am 23.02.12)
Das Stereotyp hat es auf Buchtitel geschafft: Frauen haben angeblich Schwierigkeiten, ein Auto sauber in eine Parklücke zu manövrieren.
Nun ist der Mythos genauer untersucht worden. Nicht von der Wissenschaft, sondern von einer britischen Firma, die insgesamt 700 Parkplätze betreibt.
Man beobachtete während eines Monats 2.500 Chauffeure beiderlei Geschlechts beim Einparken und vergab Punkte in sieben Disziplinen: von der angemessenen Geschwindigkeit bei der Parkplatzsuche über das korrekte Vorwärts- und Rückwärtseinparken und die saubere Endposition bis zur Gesamtdauer des Parkvorgangs.
In fünf der sieben Disziplinen waren die Frauen den Männern überlegen. In der Gesamtnote erreichten die Frauen durchschnittlich 13,4 von 20 möglichen Punkten, die Männer 12,3.
Die Männer brausten in der Regel zu schnell über den Parkplatz und übersahen so manche Lücke, sie postierten das Auto vor dem Einparken nicht sauber und kamen entsprechend schlampig zum Stehen. Lediglich in zwei Kategorien waren sie den Frauen überlegen: Sie beherrschten das leichte Vorwärtseinparken besser, und insgesamt waren sie fünf Sekunden schneller.
Fazit der Studie: Männer parken quick and dirty, Frauen dagegen überlegt und präzise. |







